Gleichzeitig wurde auch klar benannt, wo wir stehen: Der Ansatz passt derzeit noch nicht eindeutig in bestehende europäische Rahmenwerke. Insbesondere im Kontext des European Commission-Rahmens für Carbon Removal Certification Framework (CRCF) fehlt aktuell ein klar definierter methodischer Pfad. Doch genau darin liegt aus unserer Sicht kein Widerspruch, sondern eine notwendige Entwicklungsphase. Die Rückmeldung war eindeutig: Solche Ansätze werden gebraucht, um diese Lücke überhaupt erst zu schließen.
Parallel dazu zeigt sich ein übergeordneter Trend, den wir ausdrücklich begrüßen: die Abkehr von einer rein CO₂-zentrierten Betrachtung hin zu einer ganzheitlichen Bewertung von Landschaftsleistungen. Themen wie Biodiversität, Wasserhaushalt und Bodenqualität gewinnen an Bedeutung, und Begriffe wie „Nature Credits“ werden zunehmend konkret diskutiert. Gleichzeitig bleibt CO₂ aktuell die zentrale Referenzgröße – nicht zuletzt, weil es vergleichsweise gut messbar und politisch anschlussfähig ist. Initiativen wie der geplante europäische Buyers Club unterstreichen diese Entwicklung.
Ein wichtiger Termin in diesem Zusammenhang ist die kommende Fachveranstaltung der
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) am 23. Juni.
Dort wird unter anderem Christian Holzleitner aus der Europäischen Kommission sprechen und die weitere Entwicklung auf europäischer Ebene einordnen. Diese Veranstaltung wird ein wichtiger Gradmesser dafür sein, wie sich neue Ansätze künftig in den regulatorischen Rahmen einfügen können.
Was wir mitnehmen
Für uns war der Summit vor allem eines: eine Bestätigung.
- Dass die Lücke, an der wir arbeiten, real ist
- Dass der Bedarf an praktikablen Lösungen wächst
- Und dass der Zeitpunkt richtig ist, diesen Weg weiterzugehen
Besonders wertvoll war auch der Austausch mit unseren bestehenden wissenschaftlichen Partnern – darunter das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), das ZALF und die Universität Greifswald – sowie neue Kontakte im Bereich Messung und Monitoring, von Fernerkundung bis hin zu praktischen Vor-Ort-Ansätzen.
Ausblick
Was jetzt folgt, ist weniger eine theoretische Frage als eine praktische: Wie bringen wir solche Ansätze in die Fläche? Die Diskussion ist da. Die Notwendigkeit ist unstrittig. Und erste Bausteine für Umsetzung, Messbarkeit und Finanzierung entstehen gerade. Wir nehmen aus dem Summit mit, dass wir mit DaKoBi einen relevanten Beitrag zu dieser Entwicklung leisten können – und dass die nächsten Schritte jetzt gemeinsam mit den richtigen Partnern gegangen werden.
Kontakt: Klimaressort Tobias Till Keye keye@ausgleich.org