Natürliche Klimasenken
CO2 binden, Kohlenstoff festlegen, Ökosysteme schaffen – schnell, messbar und dauerhaft
Angesichts des Zeitdrucks in der Klimakrise haben wir effektive Methoden erarbeitet, um dezentral möglichst schnell möglichst viel Kohlenstoff dauerhaft in Böden zu speichern. Unsere Ansätze fokussieren sich auf breite Anwendbarkeit in der Landnutzung, um mit vorhandener Technik eine große Flächenwirkung zu erzielen.
Bisherige Landnutzungsmaßnahmen konzentrieren sich überwiegend auf Hemmung von Emissionen oder humusaufbauende Maßnahmen mit mittelfristiger Wirkung. Dabei bleibt eine systemische Lücke: Es fehlen praxisgerechte Methoden, die große Mengen organischer Biomasse so in Bodenzonen überführen, dass der Kohlenstoff über Jahrzehnte bis Jahrhunderte stabil gespeichert bleibt.
Unsere neuen Ansätze der Kohlenstoffspeicherung durch Biomasse in landwirtschaftlichen Böden (DaKoBi) schließen genau diese Lücke. Sie kombinieren die Skalierbarkeit der etablierten Landtechnik mit einer gezielten Einlagerung von Biomasse in tiefere Bodenschichten unterhalb des regulären Bearbeitungshorizonts.
Insbesondere das Silage-Tiefeinpflügen und das Anlegen von Biomasse-Flözen sind Carbon-Farming-Ansätze, bei denen biogener Kohlenstoff gezielt in Bodenschichten unterhalb des regulären Bearbeitungshorizonts eingebracht wird. Ziel ist eine potenziell langfristige Stabilisierung organischer Substanz im Subboden. Die methodischen Grundlagen, Systemgrenzen und Annahmen zur Kohlenstoffstabilisierung sind im veröffentlichten Open-Access-Methodenpapier dokumentiert (Preprint, DOI). Ein Erklärposter finden Sie hier. Für die empirische Überprüfung und praxisnahe Umsetzung sind Pilotprojekte im Zeitraum 2026–2029 vorgesehen. Diese sollen belastbare Basisdaten für eine mögliche MRV-Implementierung und zukünftige Zertifizierungsansätze liefern. Kooperation & Projektbeteiligungsinteresse können Sie hier bekunden.
Silage-Teifeinpflügen
heißt, große Mengen an Kohlenstoff als Biomasse unterhalb des Bearbeitungshorizontes einzulagern. Der Aufwuchs von extensiven = spät gemähten Wiesen ist weder als Tiernahrung noch für Biogas brauchbar; gleichzeitig wird immer mehr Grünland über Agrarumweltprogramme extensiviert (notwendig für Artenvielfalt).
Um den Kreislauf zu schließen und Nährstoffe + Humus vom Grünland zurück auf den Acker zu bringen, vergraben wir Silage > 0,3 m durch Tiefpflügen. So entstehen nicht nur dauerhafte Kohlenstoffspeicher, sondern lebendige Puffer aus Humus, die Nährstoffe und Tonmineralien binden, beständig weiter wachsen und Bodenfruchtbarkeit wie Grundwasser gleichermaßen schützen.
Biomasse Flöze
heißt, Landschaftspflegematerial wird tief im Boden (>2,5m) eingebracht und mit dem Aushub abgedeckt. Unter weitgehendem Luftabschluss wird der Kohlenstoff geologisch konserviert. Die Lagermenge richtet sich nach den konkreten Bodenverhältnissen am Standort, um Austräge von Stickstoff auszuschließen.
In der Landnutzung fällt zunehmend Landschaftspflegematerial an, das bisher nicht verwertbar war, z. B. Aufwüchse von Feuchtwiesen (aus Wiedervernässung). Nach Abdeckung können die Flöze oberirdisch mit weiteren Klimamaßnahmen verstärkt werden; optimal ist eine Bepflanzung mit Pioniergehölzen
-> siehe Weichhölzer.
Weichhölzer als Gamechanger im Klimawandel
Weichholzbaumarten wie Winterlinde, Weiden und besonders Zitterpappel haben eine extrem weite ökologische Standortamplitude, sie wachsen vom Mittelmeer bis in die Arktis. Durch ihr schnelles Wachstum und das leicht verrottbare Laub bilden sie deutlich mehr Rohhumus als andere Gehölze, der zudem einen hohen Basengehalt aufweist und daher mehrheitlich zu Dauerhumus konserviert. Weichholzarten regenerieren sich aus den Wurzeln und müssen nach Nutzung oder Zerfall nicht neu gepflanzt werden.
Wir legen Weichholzpflanzungen auf devastierten, humusfreien Böden an und dokumentieren die Kohlenstoffspeicherung sowie die ökologischen Wirkungen.
Gehölzanlage durch Trestersaat
Hecken, Feldgehölze und Aufforstungen können schnell und kostengünstig durch Ansaat von Obsttrester hergestellt werden (Pressrückstände aus Vermostung). Jeder Sämling ist eine genetische Neukombination und somit an den jeweiligen Standort angepasst. Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume gehören zur Familie der Rosengewächse und sind ökologisch sehr wertvoll als Lebensgrundlage für Insekten und Wirbeltiere. Aufgrund ihres relativ kleinen Kronenvolumens verdunsten sie weniger Wasser als andere Baumarten und sind daher für Gehölzanlagen in der Offenlandschaft geeignet.
Wir bauen seit mehr als 20 Jahren Trestersaaten im kleinen und großen Maßstab an.
Grundsätze:
- Schnelle Ergebnisse statt Zukunftsversprechen: Unsere Methoden sind direkt umsetzbar, messbar und dauerhaft wirksam.
- Wissenschaftliche Begleitung stellt sicher, dass Wirkung und Qualität dokumentiert werden.
